GrenzFall

... "Nachdenkliches, Philosophisches, Selbstbeobachtungen und Betrachtungen der Welt mischen sich zu einem Ganzen. Ihre Texte giesst Cornelia Salome Huber in die Form von Chansons, singt mit klarer, geschulter Stimme, Jazz und Neue Musik spielen in die Lieder und Improvisationen hinein. Die Spiegelwände des Zeltes werden durchsichtig, wenn von Aussen Videosequenzen eingespielt werden. ... Die Gedanken dringen zum Kern der Existenz vor, und doch umfängt einen wohlig der weltabgewandte Raum des Zeltes. Wenn man die Chance zulässt, ist das Leben nie so, wie man denkt, singt Cornelia Salome Huber am Ende ihrer auf vielfältige Weise sinnlich berührenden Reise, deren Texte, Musik und Performance tiefe Eindrücke hinterlassen." (Thomas Loisl Mink; Badische Zeitung, Dienstag 12. März)


... Charmant bittet Cornelia Salome Huber die Leute, Platz zu nehmen. Zwölf musikalische, gedankliche und visuelle Kompositionen wird sie in den nächsten eineinhalb Stunden präsentieren. Allesamt 
Grenzgänge und Grenzüberschreitungen. Sprachlich, in dem sie auf Deutsch, französisch und spanisch singt; musikalisch, in dem Klavier (Gabriel Walter, Perkussion (Sebastien Apert) und Gesang in einen unkonventionellen Austausch treten; gedanklich mit persönlichen Texten, die ihre Sicht auf die Welt dokumentieren, und schliesslich visuell: Rund um das Zelt sind verschiedene Objekte, Projektionen und Schatten zu sehen. Nicht für jeden gleich, der Blickwinkel ist entscheidend. .... Das Zauberspiel, das Huber entwirft, funktioniert auf verstörende und berührende Art und Weise. .... (CLA; Basellandschaftliche Zeitung, Dienstag 12. März)

...Und das Warten lohnt sich. In einer verspiegelten Kapsel wird Gruppe für Gruppe in eine andere Welt verfrachtet.... Der Raum öffnet sich der Performance mit wechselnden Lichtverhältnissen; Bilder und Videoinstallationen werden sichtbar und verschwinden. Auch akustisch sind die Grenzen fliessend, auf Hubers Gesang und Klavierspiel antwortet ein unsichtbares Piano, eine fremde Stimme und der klare 
Rhythmus eines Perkussionisten. Während die Musiker sich ausserhalb unseres Orient-Kabinetts befinden, breiten sich die Klänge ihrer Instrumente grenzenlos aus. Sind Grenzen doch eigentlich nichts anderes als Interpretationssache. ( Nadine A. Brügger; Basler Zeitung, Mittwoch 13. März)

Radio-Interview von Brigitte Häring mit Cornelia Salome Huber auf SRF2 Kultur; Musik für einen Gast


My life between

"Es gibt etwas, das aller naturwissenschaftlichen Erkenntnis zum Trotz unergründlich bleibt: das Bewusstsein. Was unsere Gedanken, unsere Gefühle, unser Ich wirklich ausmacht, das kann auch der detallierteste Gehirn-Scan nicht erschliessen. Wenn die Forschung nicht helfen kann, muss sich die Kunst auf die Suche nach Antworten machen. In Basel tut sie das in einem unkonventionellen Rahmen, im Zollfreilager. Ein mächtiges, bordeauxfarbenes Fabrikgebäude mitten im Dreispitzareal verwandelt sich am Abend in einen geheimnisvollen Spiegel unserer Geist-Wirklichkeit. Über Lautsprecher weist eine sanfte Stimme dem Publikum den Weg. Unsicher, den freundlichen "Atmosphärenbeauftragten" folgend, beginnt der Besucher einen Spaziergang, der ihn durch Räume, Hallen und Etagen führen und berühren wird. Da sieht er Eva zu (wunderschön: Ingetje Wielenga), die hinter einer Scheibe sitzt und von ihrer Kindheit träumt. Ihr Spiel ohne Worte, ihr Blick und ihre Haltung verleihen der Sehnsucht bezaubernd Ausdruck, in die Kleiner der Vergangenheit schlüpfen zu dürfen - in Kleider, die Unschuld und Freiheit atmen und die Erinnerung an verlorene Stunden wachrufen. Über den Lastenaufzug fährt man ins Kellergeschoss. Über einen scheinbar endlosen Gang gerät der verwunderte Flaneur in die Dunkelkammer des Gedächtnisses. Die Scherben der Erinnerung werden hier geordnet, bewertet und ausgemistet. ... Jeder Moment, jeder Raum dieser zweistündigen Performance provoziert den Betrachter mit seinem radikalen Wirklchkeitsanspruch. Die Stimmung ist subjektiv, für den einen beängstigend, für den anderen wundersam. Schauspiel, Tanz, Installation, Gesang und Musik gehen ineinander über, ganz so, wie unsere Gefühle jede vorgefertigte Bahn durchbrechen. Der Basler Künstlerin Cornelia Huber gelingt es, in einer surrealen Atmosphäre beeindruckende Skizzen unserer Innenwelt zu entwerfen." Basler Zeitung, Simon Strauss, 29. Oktober 2010

"Wer bin ich und wenn ja wie viele? Die Frage stellt sich nicht. Nirgends passt dieser Bestsellertitel besser als in Cornelia Hubers "My life between". Selbstverständlich kommt das "wer bin ich" nirgends vor. Cornelia Hubers Kunst ist subtiler. ... Wer aus ihrer jüngsten spartenübergreifenden Performance im Dreispitz Zollfreilager ins wirkliche Leben zurückfindet, könnte indes Mühe haben, sich darin gleich wieder wie gewohnt einzurichten. ... Mit schrägen Tönen aus einem verstimmten Klavier beginnt jetzt das Stück, das keine geschlossene Einheit ist, sondern eine bewegte Installation aus Tanz, Ton und Theater. Eine eigene Rolle bekommt neben den Akteuren das Publikum, das nicht en bloc, wie im von der Bühne getrennten Zuschauerraum wahrgenommen wird und wahrnimmt. Jeder schafft sich sein eigenes Stück, jeder ist seine eigene Wahrnehmung. ... Immer geht es in Hubers Arbeiten um Tanz, Theater, Musik, Performance und bildende Kunst. Angenehmerweise entsteht dabei nicht ein alles ab- und überdeckendes Gesamtkunstwerk. Eher wird zum Greifen nah überirdisch und gleichzeitig verblüffend bodenständig geschwebt. Badische Zeitung, Annette Mahro, 28. Oktober 2010

"Die Basler Künstlerin Cornelia Huber beschäftigt sich in ihrem neuen Projekt eingehend mit dem Thema der Subjektivität. "Mich interessiert es, verschiedene Wirklichkeiten zu zeigen", sagt sie. Auf zwei Stockwerken sind elf Stationen aufgebaut. Die Besucher erforschen die Positionen selbst und tauchen darin ein. Die verschiedenen Kunstformen Tanz, Theater, Performance und bildende Kunst überschneiden sich. In einem niedrigen langen Raum treffen Schlagzeug und Tanz aufeinander. Das fulminante, virile Solo (Tanz: Patrick Entat) wird begleitet von einer fesselnden Mischung aus akustischen und elektronischen Klängen ( Musik Sebastien Apert). .... Cornelia Huber sieht in der Subjektivität auch auf Seite der Besucher eine Vorbedingung für die Performance: "Als Zuschauer muss man sich auch selbst beteiligen, sonst hat man nicht viel von dem Abend", sagt sie. Diese Selbstbeteiligung lässt sich auf vielerlei Arten ausführen: Sich auf eine Diskussion im Kellerabteil einlassen, mit den Tänzern flirten, heisse Schockolade trinken. Ein gelungener, kurzweiliger Parcours, der zum Ursprung des Subjektiven Wahrnehmens führt."  Basellandschaftliche Zeitung, Ursula Haas, 29. Oktober 2010

 

Wahrscheinlichkeitswolken

"Und dann kommt sie, Huber, barfuss, mit einem roten Jupe uns sagt: «I realize what I realize». Sagts und schreits und singts und begleitet sich dazu auf einem Elektroörgelchen. Das ist ein starker Auftakt. Wir sind sofort mittendrin, in einem komplexen Feld aus Wahrnehmung und Einordnung des Wahrgenommenen. Und mittendrin in den virtuosen Möglichkeiten der vielseitig begabten Performerin: Tanz, Gesang, Spiel, Theater, Gebärde." Basler Zeitung, Benjamin Herzog, 24. April 2009

"«Vielleicht hätten Sie lieber einfach nur einen schönen Tanz gehabt», meinte Huber im ersten Teil scherzend. Im Gegenteil: Der zündende Funke dieser Kunstinstallation, dieser getanzten Theorie, dieses gewagten Experiments springt über und regt zum Weiterdenken an. Ein inspirierender Abend." Mittelland Zeitung, Tara Hill, 24. April 2009

Mehr vom Leben

"Keine Frage, Cornelia Huber ist es gelungen, Tanz, Theater, Musik und bildende Kunst zu einem starken Gesamtwerk zu verweben." Basler Zeitung, Anna, Kappeler, 8. September 2008

"Der Abend zeichnet eine Art Psychogramm dieses (vom Schauspieler Heiko Senst verkörperten) Mannes. Im Handy-Kontakt mit der Aussenwelt, vermutlich seinem früheren Chef, treibt ihn zu Beginn seine Unsicherheit in widersprüchliche Posen: Mal bittet er flehentlich um eine letzte Unterredung, mal bläst er sich herrisch auf. Zwischendurch theoretisiert er über die Kongruenz von Innen- und Aussenwelt, über die Unvereinbarkeit von objektivem Wissen und subjektiver Empfindung, über die Entropie. «Ich bin ein wirtschaftlicher Störfaktor», muss er sich letztlich eingestehen. Cornelia Huber kleidet diese Erörterungen in leichte tänzerische Bewegungen. Gelegentlich hört er – wie Becketts Krapp – Tonbandaufzeichnungen von sich selbst ab, Sätze eines Menschen, der sich freiwillig in die totale Isolation zurückzieht." Mittelland Zeitung, Alfred Ziltener, 6. September 2008

Mehr Zeit zum Leben 1

"Nach Ihrer letzten Gruppenarbeit «livingroom» sucht Cornelia Huber mit diesem Solo für eine Tänzerin nun wieder die kleinere Form und setzt damit bei ihrer 2004 im Theater Roxy gezeigten Carte Blanche «Raumspuren» an. Skurril versponnen und detailversessen zaubert sie richtiggehende Gesamtwerke auf die Bühne, in denen Tanz, bildende Kunst und Text zusammenwachsen. Diese Arbeit ist eigen, neu, kraftvoll, zart und inspirierend. Sich von diesen Welten verführen zu lassen und sich in sie zu versenken, ist eine regelrechte Freude." Mittelland Zeitung, Jana Ulmann, 16. Juni 2007

"Transparente Einwegverpackungen türmen sich ästhetisch im Raum auf; auch im Geschirrschrank stapelt sich Plastik. Ein Lampenschirm mutet surreal an; von einem rosa Hemd, das an einem Bügel unter der Decke hängt, tropft Wasser in ein Aquarium. Ein Mädchen im Morgenrock sitzt strickend im Sessel; an den Wänden hängt die Aussenwelt: Zigarettenkippen, Damenschuhe ohne Sohlen, getrocknete Frösche und Echsen, fein säuberlich aufgereiht. Ein von der Decke herabhängendes Mikrofon verstärkt das Tropfen des Wassers und das Ticken einer Uhr: die Zeit flieht." Basler Zeitung, Maike van Schwamen, 19. Juni 2007

livingroom

"«livingroom» ist ein eigenwilliges Tanztheater. Die Bewegungssprache der Tänzer ist gekonnt, doch nicht der Tanz steht im Vordergrund: Huber hat die Spannungsfelder und die Suche nach Identität als Ganzes aufgezeigt, und es ist ihr gelungen." Basellandschaftliche Zeitung, Judith Opferkuch, 29. April 2006

Raumspuren

"Die Tänzer bewegten sich meistens in schneller, hektischer Manier über die Bühne, schlugen sich selber und den Boden und zeichneten so ihren Weg auf. Cornelia Huber tanzte sichtlich mit jeder Faser ihres Körpers und benutzte diesen wirklich wie den von ihr selber beschriebenen Resonanzkasten. Raumspuren folgt einem Konzept, das die Wege eines jeden aufzeichnen soll und dem Publikum Kälte und Hektik des Alltags entgegenhält. Jedes Individuum ist eine Einheit, tanzt für sich, zwischen den Tänzern bestehen kaum Beziehungen, abgesehen von einigen wenigen Momenten, in denen sie sich näher kommen, um gleich danach wieder entschieden getrennte Wege zu gehen." Mittelland Zeitung, Christina Börner, 28. November 2003

"Im Flyer zum Stück heisst es: «Der Körper ist ein Gefäss, randvoll mit Inhalten.» Tanzend zeigen Cornelia Huber und Pascal Siegrist wie Körper solche Inhalte aufnehmen, sie wiedergeben, sich ihre eigene Wege schaffen und diese verfolgen. Das manifestiert sich auf der Bühne auch im Versuch, ein eigenes Bewegungsvokabular zu erschaffen, den Körper als Sensor einzusetzen. Manchmal wünschte man sich diese Bewegungen etwas klarer in der Ausführung. Aber die Ausdrucksfähigkeit und Bühnenpräsendz von Cornelia Huber, die gekonnte Verdrehtheit mancher Bewegungen, ihr Sinn für Skurrilität, der gekonnte Einbezug der Räumlichkeit in die ganze Bühneninszenierung und nicht zuletzt das Gefühl, jemandem zuzuschauen, der mit Passion auf der Bühne ein Ziel verfolgt, machen das Tanzstück «Raumspuren» zu einem schönen Theatererlebnis." Basellandschaftliche Zeitung, Jana Ulmann, 18. Oktober 2003

"Es ist ein Abend, der mit Gegensätzen spielt und von der schwierigen Suche und Sehnsucht nach dem individuellen Ausdruck handelt. Erstaunlich, wie sich konzeptionelles Element und Sinnlichkeit gegenseitig bereichern. Hie und da Momente, die ihrer Intention allzu durchschaubar sind und nicht sehr originell wirken. Doch was solls angesichts eines Tanzabends, der sich einem in Idee und Ausführung als authentisch, frisch und konsequent einprägt. Hier äussert sich ein Standpunkt, von dem man in Zukunft mehr erfahren möchte." Basler Zeitung, Maya Künzler, 18. Oktober 2003